Insekten

Obwohl es auf dieser Erde mehr als 800.000 unterschiedliche Insektenarten gibt, greift die überwiegende Mehrheit das Rasengras nicht an. Es gibt allerdings einige Insekten, die einen frischen, grünen Rasen sehr gerne mögen. Die folgenden Vorschläge sind für die Hausbesitzer, die ihren Garten frei von ungebetenen Gästen hätten.

Die Mehrheit der Insekten sind sehr nützlich

Mit etwa 40 Millionen Insekten auf einem durchschnittlichen Acker ist es unmöglich, alle Insekten völlig zu vertreiben. Und das ist auch gut so, da die meisten Insekten nützlich sind. Sie fressen schädliche Insekten auf und stellen selbst Nahrung für Vögel und andere Lebewesen dar. Die beste Strategie besteht darin, die schädlichen Insekten zu erkennen und sie selektiv zu bekämpfen.

Die Bekämpfung der schädlichen Insektenart ist am Effektivstem im Larvenstadium oder beim Heranwachsen. Ausgewachsene Insekten greifen die Gräser an und beschädigen die Grasnarbe.

Ungeeignete Rasenpflege mag das Ergebnis von Insektenbefall sein. Gräser unter größeren Stresseinwirkungen sind sehr anfällig und können leichter befallen werden. Einen gesunden Rasen kann durch korrekte Mäh-, Düngungs-, Bewässerung- und Kultivierungspraktiken gestärkt und erhalten bleiben. Die Praktiken sind regelmässig anzuwenden, bevor zu umweltschädlichen Pestiziden gegriffen wird.













Bekannte Insektenarten

Die drei meistverbreiteten grasschädigenden Insektenarten sind Engerlinge (Käferlarven), Bodenwanzen und Larven. Diese Insekten können unterschiedliche Bereiche des Grases angreifen: Den oberen Bereich des Graseshalmes und die Schnittstelle zwischen dem Grashalm und der Bodenoberfläche sowie die Wurzeln. Die an der Oberfläche aktiven Insekten fressen die Blätter des Grases oder saugen die Flüssigkeit aus den Pflanzenteilen heraus. Die unter dem Boden aktiven Insekten ernähren sich aus den Wurzeln. Diese Schädlinge werden mit folgenden Empfehlungen bekämpft

Engerlinge

Engerlinge sind Raupen der Nachtfalter. Sie leben in einem seidenartigen Rock im Stengel und greifen vor allem Grassorten an, die ein kühlere Klima lieben.

Diese Raupen sind nachtaktiv und fressen Blätter und Stengel auf. In einem gesunden Rasen kommt dies ziemlich selten vor – ausser bei Wildrasen, wo sich solche Flecken bilden können. Auf den ersten Blick sieht der beschädigte Bereich wie „schlafendes“ Gras aus, aber nach dem Regen bleiben die beschädigten Bereiche braun.

Um herauszufinden, ob Ihr Rasen von Engerlingen befallen ist, können Sie die nach Süden blickenden Hänge oder Bereiche, die größerem Stress ausgesetzt sind, untersuchen. Wenn diese „Bissspuren“ an den Blättern und Stengel aufweisen und zudem kleine Nachtfalter dicht über dem Rasen flattern so weist dies darauf hin, dass Sie dringend eine Massnahme ergreifen müssen, damit die Nachtfalter keine Eier legen. Die Raupen schlüpfen bereits nach 10 bis 14 Tagen.

Die beste biologische Bekämpfungsmassnahme gegen die Engerlinge ist der Einsatz von parasitierenden Nematoden (Engerlinge = Nahrung). Zudem helfen eine geeignete Düngung, richtiges Mähen und richtige Bewässerung, die Beschädigungen zu verdecken und in einigen Fällen auch zu korrigieren.

Falls sich der Befall von Engerlingen weit ausgebreitet haben sollte empfiehlt sich eine stärkere Bekämpfungsmassnahme. Bitte achten Sie darauf, dass diese explizit gegen Engerlinge sind. Das Produkt sollte bei Abenddämmerung appliziert werden, bevor die Eier gelegt werden. Verwenden Sie Produkte, die an den Grasoberflächen haften und vermeiden Sie solche, die in den Boden sickern.

Bodenwanzen

Bodenwanzen sind durstige Kreaturen, die die Flüssigkeit aus dem Graslaub und den Stengeln heraussaugen. Die haarigen Bodenwanzen greifen Grasarten für kühlere Klimas an und bevorzugen Weidelgrassorten in offenen sonnendurchstrahlten Bereichen. Die südlichen Bodenwanzen greifen Grasarten wie z.B. Sankt- Augustin-Gras an. Sie greifen den Rasen von ihren frühen Lebensstadien beginnend an, sie erscheinen typischerweise im Spätsommer während der längeren heißen, trockenen Perioden.

Der von Bodenwanzen beschädigte Rasen scheint trocken zu sein, und bleibt auch nach Bewässerung trocken. Was zuerst als harmloser, irregulärer Grasbereich aussieht, entwickelt sich rasch zu immer schlimmeren Bereichen sowie die Beschädigung voranschreitet.

Bodenwanzen sind klein und schwer zu entdecken (sie sind nur 3 mm gross). Die beste Methode den Rasenbereich zu säubern ist diesen ausgiebig zu wässern, um die Schädlinge „wegzuwaschen“. Nehmen Sie hierfür eine Gefäss, das etwa die Grösse einer Kaffeekanne hat, und schneiden Sie beide Enden weg. Schlagen Sie das eine Ende mit einem Hammer etwa 5 cm tief in den Boden ein, füllen Sie das Gefäss mit Wasser auf und warten Sie ein paar Minuten. Falls Bodenwanzen im Boden wären, würden diese nun auf der Oberfläche schwimmen. Sind mehr als fünf Bodenwanzen in der Kanne, müssen diese bekämpft werden.

Es gibt mehrere Insektizide, die gegen Bodenwanzen wirksam sind. Für beste Ergebnisse, sprengen Sie Ihren Rasen 20 - 25 Minuten bevor Sie ein flüssiges oder granulares Produkt applizieren. Die regelmässige Bewässerung hilft bei Reduzierung der Beschädigungen und eine kleine Düngemittelmenge kann die Genesung des Rasens beschleunigen.

Feldmaikäfer

Feldmaikäfer, sind Käferlarven. Sie vernichten den Rasen, indem sie sich unter der Bodenoberfläche von den Graswurzeln ernähren. Es gibt viele verschiedene Arten, japanische, europäische, maskierte und orientalische Käfer.

Die Larven haben einen komplexen Lebenszyklus. Die Käfer legen ihre Eier im Sommer (bis Spätsommer). Die Larven fressen im Herbst die Wurzeln an und graben sich tiefer in den Boden hinein, wo sie schliesslich überwintern. Im Frühling stoßen diese als reife Larven weiter nach oben, fressen weiter an den Graswurzeln, bis sie sich im Frühsommer zu richtigen Käfern entpuppen.

Da diese Larven eine gute Nahrungsquelle für Stinktiere, Waschbären, Vögel und Maulwürfe sind, besteht zudem die Gefahr, dass der Boden aufgewühlt wird. Die eigentliche Beschädigung der Larven sieht aus wie verwelktes Gras in kleinen braunen Flecken, die schnell viel größer werden. Der Rasen fühlt sich „schwammig“ an und könnte wie einen Teppich zusammenrollen werden, da die Verwurzelung der Gräser wegfressen wird. Falls mehr als 15 Larven pro Quadratmeter vorhanden sind, müssen diese bekämpft werden.

Der beste Weg, Ihrem Rasen bei Larvenbefall zu helfen ist eine regelmässige Bewässerung, die das Wurzeltreiben und somit die Genesung unterstützt. Falls die Bewässerung nicht hilft, müssen Produkte mit chemischen Mitteln wie Dylox (Carbaryl) oder Sevin (Trichlorfon) einsetzt werden. Die beste Wirkung erhölt man Anfang August, wenn die Larven noch jung sind.

Wenn Ihr Garten von Larven angegriffen wird (vor allem von japanischen oder europäischen Käfern), gibt es eine neue präventive Massnahme. Benutzen Sie Merit oder Mach II von Mitte Juni bis Mitte Juli. Diese chemische Verbindungen bekämpft die Larven gezielt, ohne andere „nützliche“ Insekten zu beschädigen oder zu vernichten.

Eine regelmässige Gartenpflege hilft schädlichen Insekten vorzubeugen. Falls ein Insektenbefall schon weiter fortgeschritten ist, helfen Insektizide den Rasen zu befreien.